Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
Mit neuen Anfängen ist das – wie mit der Fotografie – ja bekanntlich so eine Sache: nie weiß man wo oder wie das einmal endet.
Vor einigen Jahren habe ich auf dieser Seite recht unregelmäßig ein fotografisches Blog betrieben. Und versucht, meine dürftigen Kenntnisse insbesondere der Lichttechnik weiterzugeben, mich eingereiht in die endlose Reihe kluger Online-Ratgeber. Die Themen dieser stets fröhlichen fotografischen Souffleusen haben sich bemerkenswerterweise bis heute wenig bis überhaupt nicht geändert, ist es doch häufig der schnelle Fix für einen bestimmten Look, je nach Schwerpunkt in Aufnahmetechnik oder Postproduktion. Die Beispielbilder sind alle schön, wenngleich in einem sehr konventionellen Sinne: üblicherweise zeigt sich schönes in schöner, in idealisierter Darstellung.
Das alles ist sicher schön. Und sicher auch gut. Möglicherweise ein wenig oberflächlich. Gelegentlich ermüdend repetitiv. Eine sorgfältige Hautbearbeitung macht noch keine den Nerv treffende Fotografie, ebenso wenig wie das Licht der häufig zitierten Clamshell oder das mittlerweile offenbar unvermeidlich und sogenannte Rembrandt-Licht. Andererseits ist Kunstgeschichte, die Theorie der Fotografie und seiner Nebengewerke jetzt auch nicht unbedingt jedermanns Sache. Warum Baudrillard lesen, wenn man sich auch die Matrix anschauen kann (insbesondere die großartige erste Folge, die war tatsächlich eine perfekte Agonie des Realen – wie auch die ganz wunderbare Animatrix).
Ich nehme für mich selbstverständlich nicht in Anspruch, in Theorie oder Technik der Fotografie nun besonders vorbildlich zu sein. Aber ich habe mich mit beidem länger und auch im akademischen Umfeld beschäftigt; die Erkenntnisse und gelegentlich auch Fragen daraus möchte ich hier gern besprechen.
Daher versuche ich hier mal etwas anderes. Angeregt auch von den Erkenntnissen des Ersten Mitteldeutschen Fotografischen Zentralseminars wie auch ein Stückweit von einem Studium der Fotografie möchte ich hier an einer praktischen Philosophie der Fotografie schreiben. Und mich von den hoffentlich zahlreichen Rückmeldungen inspirieren lassen. Ich lade Sie also ein, mir mit Ihren Ideen und Ansätzen, wenn immer möglich und sinnvoll zu helfen. Oder einfach zu schauen, wohin uns dies hier noch gemeinsam führt.
Dann mal los. Wir beginnen nächste Woche Dienstag mit dem Ende, namentlich dem der Fotografie. Das ist gewiss ein guter Anfang.
Aus meinem Bücherschrank:
Im Text erwähnt und über Amazon-Partnerlink aufrufbar:
Jean Baudrillard - https://amzn.to/3clYFD0
Animatrix - https://amzn.to/3CvAkoR (ganz vortrefflich!)